Live aus den Coachings... 5 Haltungen, die dich unfrei machen

In meinen Coachings stelle ich immer wieder fest, dass wir alle Ausreden lieben.

Ja, ich auch. Das merke ich, wenn ich mich coachen lasse….Ja, ich kenne super Ausreden. Tja, Glück für meine Klienten, weil ich ja beinahe alle selbst kenne….

 

Ausreden sind ja auch wunderbar. So wunderbar, dass ich schon manchen Artikel darüber geschrieben habe. Jetzt ist ja meine Aufgabe als Coach nicht, dass ich mit meinen Klienten nett plaudere und ihnen schöne Dinge erzähle (obwohl, falls mich jemand dafür buchen will, könnte ich auch!!), sondern, dass ich meinen Klienten Blicke auf ihr Leben ermögliche, die sie vorher nicht hatten.

Denn veränderte Sichtweisen führen zu verändertem Tun und das zu veränderten Ergebnissen.

Die erste Herausforderung ist also unsere Sichtweise zu verändern, damit wir unser Tun so  verändern können, dass wir dort rauskommen, wo wir rauskommen wollen.

 

Und dabei gibt es 5 Haltungen, die uns wirklich unfrei machen, weil sie nämlich genau diese Veränderungen verhindern.

 

Aus der Vergangenheit auf die Zukunft schließen

Nur weil es bisher so war, muss es nicht so bleiben.

Es kann sich allerdings nur etwas ändern, wenn ich vorher meine Art zu denken ändere. Ja, ich will sogar soweit gehen, wenn ich vorher mein Weltbild nicht wenigstens ein klein wenig ändere, dann werde ich mich extrem schwer tun, zu anderen Ergebnissen als bisher zu kommen.

Die Zukunft wird nicht von der Vergangenheit erschaffen, sondern von dem, was ich JETZT denke, fühle, tue. Klar, das basiert auf Erfahrungen der Vergangenheit, aber, und da fängt es an interessant zu werden, die kann ich ändern.

Wie? Vergangenheit ändern? Ja, indem ich die Bewertung meiner Erfahrung verändere, damit kann ich meine Vergangenheit verändern. Denn es ist meine Bewertung der Erfahrung, die zählt. Und meine neue Bewertung ermöglicht mir dann eine neue Sicht und damit ein neues Tun.

 

Anderen die Verantwortung oder/und Schuld geben

Auch sehr beliebt.

Ja, wenn …., dann….

Oder wie pflegte mein Vater immer zu sagen: Wenn das Wörtchen WENN nicht wär, dann wär mein Vater Millionär.

In meinem Weltbild gibt es das Konzept von Schuld nicht. Meine Newsletterleser wissen, dass es höchstens Maurice gibt, der Schuld ist (und den gibt es in Wirklichkeit gar nicht). Wenn ich Königin in meinem Leben bin, dann übernehme ich die Verantwortung. Für alles. Punkt.

Dann habe ich auch die Möglichkeit was zu ändern. Wenn meine Kunden, der Markt, mein Chef, der Zeitpunkt, die Umstände oder meine Schwiegermutter Schuld sind, dann bin ich machtlos. Dann übertrage ich denen die Macht über mein Leben. Und dann bin ich selbst machtlos.

 

 

Ungeduld

Kenn ich ja gar nicht. Wenn alles gleich geschieht…

Manche Entwicklungen brauchen Zeit. Aus diesem Grunde ist mein 6-Monats-Coaching auch viel intensiver und wirkungsvoller. Dann haben wir Zeit Veränderungen zuzulassen und umzusetzen.

Heute soll immer alles gleich und jetzt gehen. 10 kg weniger in 7 Tagen. Verdoppelung Ihres Einkommens in 4 Wochen! (okay, wenn ich vorher nur 100 Euro hatte, dann mag das gehen).

Wir können ja nicht mal mehr warten bis Erdbeeren reif sind und essen sie an Weihnachten. Es soll sogar schon Kaiserschnitte geben, die im 8. Monat (nicht aus medizinischer Indikation) gemacht werden, weil es sonst zu lang dauert (und die Haut zu gedehnt wird).

Gut Ding will Weile haben. Daran sollten wir uns ab und zu erinnern. Vorallem im persönlichen Entwicklungsprozess.

 

 

Selbstmitleid

Ich armes ich. Ich habe es ja so schwer…. Und dann kommt eine Aufzählung von all den Dingen. Also ich tue mich immer schwerer damit, da zuzuhören. Denn meistens will der andere, dass alles so bleibt. Das ist auch in Ordnung, nur dann bitte nicht beklagen. Oder hört da jemand gerne zu? Übrigens, wenn wir dann auch noch verständnisvoll nicken, dann bestärken wir den anderen noch in seiner Machtlosigkeit, dann kommt nämlich Punkt 2 mit rein…

 

Das weiß ich schon!

Wunderbar! Dazu habe ich mal einen extra Blogbeitrag geschrieben.

Hier will ich nur soviel dazu sagen: Wenn du es weißt und es nicht tust, dann weißt du es nicht wirklich. Dann fehlt dir noch eine wichtige Information, denn sonst würdest du es tun!

Oder es ist eine faule Ausrede…

 

 

 

Der Vorteil im Coaching ist, dass ein guter Coach dich mit diesen Haltungen nicht wirklich durchkommen läßt. Ich merke bei mir und meinen Klienten, dass daraus oft tiefe Veränderungen entstehen können.

Du kannst dich aber auch selbst beobachten und wenn du entdeckst, dass du in einer dieser 5 Haltungen steckst, dann atme tief durch und gehe einen Schritt zurück. Und schaue deine Angst, die da dahinter steht, einfach mal an. Meistens ist es gar nicht so schlimm…

 

Kennst du noch Haltungen, die dich unfrei machen? Schreib sie gerne in die Kommentare!

Ich freue mich auch über deine Erfahrungen damit!

Heute ist übrigens der perfekte Tag, mit diesen Haltungen aufzuhören.

Welches ist denn deine Lieblingshaltung? Mit der kannst du gleich anfangen...

Ich nehme dann mal Selbstmitleid.

 

Bis bald!

Uta Nimsgarn

 

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Kommentare: 10
  • #1

    Daniela (Freitag, 08 August 2014 09:07)

    Welch GENUSS deine Worte - immerwieder ... und ich bin so voller FREUDE wenn ich deinen Weg sehe

    möge der ERFOLG folgen ... von Herzen, Daniela

  • #2

    Carmen G. (Freitag, 08 August 2014 09:14)

    Liebe Uta,
    Das Selbstmitleid springt auch mich immer wieder an...gerade gestern hat es mich wieder erwischt und mein Mann reagiert ( wie weise von ihm ) nicht darauf. Deine Post heute ,genau der richtige Zeitpunkt um mir die Augen zu öffnen.
    Danke für deine WERTvolle Arbeit.

  • #3

    Melanie R. (Freitag, 08 August 2014 09:41)

    Hallo Uta,
    bin wirklich froh, daß ich über deine Seite gestolpert bin. Bei mir ist es leider auch das Selbstmitleid, aber um aus meiner Situation herauszukommen verfolg ich nun fleißig deine Ideen. ;)
    Sonnige Grüße und vielen Dank für deine Mühe!

  • #4

    Birgit Westerbusch (Freitag, 08 August 2014 11:08)

    Liebe Uta,
    dein frischer Schreibstil ist genial und man kann dir gar nicht böse sein, wenn du den Nagel auf den Kopf triffst. (Kritik ist ja oft schwer verdaulich).
    Der Unterschied ist KENNEN und KÖNNEN.
    Danke für die Erinnerung. Mein Thema ist die Ungeduld. Besser vorgestern als jetzt. Dabei weiß ich doch, dass Samen erst aufgehen und wachsen müssen. Ich arbeite ja zum Glück mit dir daran.
    Sonnige Grüße Birgit

  • #5

    Kornelia (Freitag, 08 August 2014 11:13)

    Wie treffend beschrieben. Ich nehme dann mal gerne die Ungeduld und "das weiß ich schon".

  • #6

    Ivana (Freitag, 08 August 2014 13:24)

    Prima Artikel und ich nehme mal die Ungeduld.
    Du hast völlig Recht, “einfach“ mal die Perspektive oder die Einstellung ändern bringt schon viel. Wenn man immer das selbe macht und denkt, muss man sich nicht wundern, wenn nichts passiert.

    Liebe Grüße,
    Ivana

  • #7

    Uta Nimsgarn (Freitag, 08 August 2014 14:21)

    Vielen Dank für diese wundervollen Kommentare!
    Danke aus ganzem Herzen!
    Schön, dass wir alle zusammen wachsen dürfen....

  • #8

    Sabine (Freitag, 08 August 2014 14:44)

    Liebe Uta,

    ich kann mich meinen Vorschreibern nur anschließen, dein Artikel liest sich nicht nur locker, flockig und leicht, sondern ist inhaltlich auch sehr wertvoll.
    Eine Haltung, die unfrei macht, ist der Vergleich mit Anderen. Natürlich kann es sinnvoll sein, ein Vorbild zu haben, schließlich kann man so auch lernen wie es geht. Aber den Weg eines Anderen zu gehen zu gehen halte ich für eine große Unfreiheit, die mich einengt und behindert.

    Ganz ganz herzliche Grüße und vielen Dank für diesen Artikel. :-)
    Sabine

    PS: "das weiß ich schon" und die liebe Ungeduld.... Passt irgendwie zu mir ;-)

  • #9

    Simone Sommer-Philipp (Freitag, 08 August 2014 16:46)

    Ich weiß,daß alle äußeren Umstände,die Ergebnisse meiner Vorgänge und Gedanken im Inneren sind. Ich habe dieses Jahr viel gelernt und auch verstanden.Mit der Ungeduld hapert es manchmal noch. Ich habe ja Geduld,aber bitte flott ;-))

  • #10

    Petra Labriga (Samstag, 09 August 2014 11:35)

    Sehe ich erst heute, aber kommt genau richtig. Ich glaube, ich habe heute eine Mischung aus einigen parat. Die Metaebene hilft - danke Uta!