Welcher Geldtyp bist du?

Wer kennt sie nicht, die guten Vorsätze, bevorzugt an Neujahr.

Ab jetzt werde ich sparen! So geht es nicht weiter, endlich werde ich mich um meine Altersvorsorge kümmern… und wie sie alle heißen, unsere wirklich ernst gemeinten Vorsätze.

Und dann, nach 2 Wochen eisernen Sparens, kein Espresso, keinen Schnickschack, keinen Lippenstift, volle Konzentration aufs Verzichten, da kommt er, der große Rückfall!

Wir geben mehr aus als wir jemals wollten. Nicht ein Gläschen Sekt, sondern gleich die ganze Flasche. Die sündhaft teuren Schuhe und, jetzt ist es eh egal, auch noch das Parfüm. Tief in uns drin fühlen wir uns als volle Versager. Wahrscheinlich sind wir einfach nicht zum Sparen geboren…

 

Was ist schief gelaufen?

 

Im Coaching würde ich dir sagen, dass du einfach deinen Geldtyp nicht berücksichtigt hast. In dem Fall wahrscheinlich Genuß und Lustgewinn.

Geldtyp, was ist das denn?

 

Die psychologische Forschung beschäftigt sich seit ein paar Jahren mit den Motivationen und Bedürfnissen, die jeder Mensch im Leben befriedigen will, damit er sich ausgeglichen, zufrieden, erfüllt und glücklich fühlt. Im Bereich Geld haben sich vier unterschiedliche Grundbedürfnisse herauskristallisiert, die sehr gut die verschiedenen Gründe beschreiben, warum wir Geld ausgeben oder eben auch nicht. Die meisten Menschen sind eine Mischung aus allen Typen, nur die Wichtigkeit und Ausprägung der einzelnen Bedürfnisse unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. Und kann auch in Partenerschaft zu der einen oder anderen Diskussion über Geld führen. Vorallem, wenn 2 sehr unterschiedliche Geldtypen aufeinandertreffen.

 

 

Genuß und Lustgewinn

Menschen, die sehr stark davon geprägt sind, sind oft sehr lebenslustig, voller Begeisterungsfähigkeit, optimistisch und offen für Neues. Sie suchen oftmals sogar den Kick des Neuen. Sie neigen zum Zocken und verschwenden wenig Gedanken an später, zum Beispiel an ihre Altervorsorge oder eine Rücklage für Unvorhergesehenes.

Im Zweifel fällt die Entscheidung für den Kurztrip nach Paris und gegen das Sparen.

 

 

Sicherheit und Kontrolle

Menschen, die sehr diszipliniert, gewissenhaft, strukturiert und sicherheitsorientiert sind, gehören zu diesem Geldtyp. Sie halten gerne an Bekannten und Bewährtem fest. Es ist eine typische Einstellung in Deutschland. Geld bedeutet für sie Sicherheit und Kontrolle.

Also ohne eine entsprechende Reserve fühlen sie sich nicht wohl.

Leider geht das dann oft auf Kosten des LebeSchön und Geniessens.

 

 

Soziale Ader und menschliche Bindungen

Menschen mit einem ausgeprägten Bedürfnis anderen zu helfen, fallen unter diesen Geldtyp. Sie stellen das Wohlergehen anderer, sogar der ganzen Welt, vor ihr eigenes. Sie sind sehr wichtig für das soziale Funktionieren unserer Gesellschaft. Sie zeigen sich solidarisch, nur nicht mit sich selbst. Aus diesem Grunde haben sie oft wenig Geld zur Verfügung. Oft halten sie Geld für unwichtig und schlecht. Und viele arbeiten auch in Berufen, die schlecht bezahlt werden, wie z.B. in der Pflege.

Kein Wunder, dass sie sich oft nicht wertgeschätzt fühlen, denn sie wertschätzen sich selbst nur wenig.

 

 

Selbstwert

Hier findet man die ehrgeizigen und oft erfolgreichen Menschen. Sie legen Wert auf Prestigeobjekte, Statussymbole, mit denen sie zeigen können, dass sie etwas Besonderes sind. Sie definieren oft ihren Selbstwert über diese Äußerlichkeiten. Und manche geben deshalb mehr Geld aus, als sie haben. Und Statussymbole kannst du hier ruhig sehr weit fassen...das kann auch die bestimmte Ausbildung bei dem angesagten Heiler sein...

 

 

Das sind jetzt mal die groben Beschreibungen. Dazu könnte ich ganze Bücher füllen. Vorallem, was für Auswirkungen das aufs ganze Leben haben kann...

 

Übrigens ist keine Typ besser oder schlechter. Alle sind gleich gut. Gleichwertig.

 

Welche Anteile kannst du in dir erkennen? Wahrscheinlich eine Mischung von 2 oder 3. Im Grunde haben wir immer alle 4 Anteile in uns. In unterschiedlich starker Gewichtung eben.

 

Wichtig ist, dass du das bei allen deinen Geldangelegenheiten berücksichtigst. Egal ob du sparen willst, etwas ausgeben willst, in dich investieren oder Streit mit deinem Partner über Geld hast. (Mit großer Wahrscheinlichkeit ist er anders struktuiriert als du, hat also ganz andere Priortäten)

 

Zum Beispiel ist für einen Menschen mit einem hohen Anteil an Genuß und Lebensfreude wichtig, dass er nie radikal spart, sondern sich wirklich einen Antei von seinem Geld für "LebeSchön" einplant. Dann klappt es auch mit dem Sparen.

Und jemand, der viel Wert auf das Wohlergehen von andern legt, der sollte nicht vergessen, dass man nur dann wirklich geben kann, wenn man selbst etwas hat.

Und vielleicht kann ein sicherheitsorientierter Typ einfach mal ein klitzekleines Budget für LebeSchön erübrigen.

 

Falls du mehr über dein Verhältnis zu Geld erfahren willst und es wirklich verändern willst, dann findest du hier mehr dazu.

 

Oder mache dir ein Orientierungsgespräch für ein Coaching aus. Mehr dazu findest du hier.

 

Ich bin schon gespannt, ob es Mutige gibt, die ihre Erfahrungen unten mit uns teilen!

 

Bis bald!

Uta Nimsgarn

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Kommentare: 14
  • #1

    Alexander (Freitag, 14 März 2014 09:55)

    Hallo zusammen,

    ja dann mache ich doch mal den Anfang ;) Erstmal: Ein toller Artikel. Habe mich wirklich drin wiederfinden können.

    Also ich gehöre wohl zur Gruppe Sicherheit und ein stück weit zu Lebenslust. Ich liebe es mein Geld für tolle Sachen auszugeben, habe dabei aber immer eine kleine Reserve in der Hinterhand. Diese ist aber nicht nur für mich, sondern auch um Freunden (die eher zum Geldtyp "Soziale Ader" gehören), Familie oder anderen etwas leihen zu können wenn es mal eng wird. Und selbst wenn die Reserve etwas schrumpft, so kommt immer neues Geld zum Auffüllen herein. Und genau das ist der Punkt: Geld ist Fluss. Man sollte das Geld nicht für sich beanspruchen und es keinem anderen gönnen. Das Geld fließt wenn man es braucht und ist für alle da. Und es ist im ÜBERFLUSS da, auch wenn man das manchmal nicht sehen mag.

    In diesem Sinne einen reichen Geldsegen für alle ;)

    Liebe Grüße

  • #2

    Miriam Teske (Freitag, 14 März 2014 12:33)

    Toller Artikel, liebe Frau Nimsgarn.
    Ich bin wohl eine Mischung von allem, neige allerdings nicht zu starkem Sicherheitsdenken und auch nicht zu viel Genuss-Ausgaben, im Gegenteil, ich neige zu militärischer Planung ; ). Ich fürchte eher, meine Ausgaben für andere sind manchmal zu stark. Aber ich arbeite dran.

  • #3

    uta-nimsgarn (Freitag, 14 März 2014 19:14)

    Vielen Dank!
    Es ist wirklich spannend, wenn man durch diese Augen auf sein Geld-Verhalten blickt und auf das der Menschen, um einen herum. So kann sich mancher Streit vermeiden lassen...

  • #4

    Katrin (Freitag, 14 März 2014 22:28)

    wow - so habe ich das noch nie gesehen. Ich bin ein eindeutiger Lebensfreude und Genuß-typ mit Einschlag zum "Weltverbessern". Ich gebe gern Geld für hochwertige Dinge aus und für gutes Essen. Ich kaufe Ökostrom obwohl ich auf H4-Niveau lebe. Ich habe sehr selten in meinem Leben gut Geld verdient, neige sehr wenig zum Sparen, gebe aber gern das Geld aus, was ich habe. Das mit dem Sparen will ich jetzt mal angehen. Obwohl ich bei den Inflationsraten nicht ganz überzeugt bin, dass da später noch was übrig ist. Ich würde das ersparte Geld dann eher in einen Sachwert anlegen, z.B. ein Stück Land, auf dem ich meine Möhren anbauen kann :-)
    Herzlichen Dank, liebe Uta für die wertvollen Anregungen,
    Katrin

  • #5

    uta-nimsgarn (Sonntag, 16 März 2014 20:47)

    Katrin, das ist sehr sinnvoll, sich genau anzuschauen, wo man sparen will und in welcher Art! Gerade für Genuss-Menschen ist es wichtig, dass das Sparen dann automatisch passiert, wenn das Einkommen aufs Konto kommt. Und wenn du dann noch einen Anteil für "Lebe-schön" einplanst, dann klappt es auch mit dem Sparen!

  • #6

    Petra Schwehm (Mittwoch, 19 März 2014 08:51)

    Interessanter Artikel!
    Also ich finde mich teils in Nr. 1 und teils in Nr. 3 wieder, allerdings neige ich nicht zum Zocken. Und ganz klar, Selbstwert ist mein Thema, wobei ich damit aber nicht die Prestigeobjekte meine, sondern das "sich-selbst-wertschätzen". Darüber schreibe ich ja auf meinem Blog :-)
    Danke für deinen unglaublich wertvollen Beitrag Uta, du machst etwas ganz Wunderbares!

  • #7

    durga holzhauser (Mittwoch, 19 März 2014 11:12)

    der Artikel ist die Bombe. Bin eindeutig 1 , mit einer Prise 2 und 3 . Ich möchte gern mehr darüber erfahren und wie man so eine Frau wie mich zum anlegen bringt. Oder auch nicht glaub eh nicht dass das Bankengeld und Versicherungs und Staatsgeld überlebt. Was denkst Du Fachfrau ?

  • #8

    Sandra Heim (Mittwoch, 19 März 2014 16:06)

    Hallo Uta, ich finde es klasse, wie inspirierend Du mit dem Thema Geld umgehst. Danke! Ich bin eine Mischung aus Typ 1 bis 3. Was mir gar nicht wichtig ist, sind Statussymbole. Bei einem Auto kann ich mir sowieso nur die Farbe und die Größe merken :)

  • #9

    uta-nimsgarn (Mittwoch, 19 März 2014 16:20)

    Durga, Danke! Geld, das frau in sich selbst investiert, ist übrigens immer krisensicher angelegt!

    Sandra. Super! Vielen Dank!

  • #10

    Barbara Steldinger (Mittwoch, 26 März 2014 14:42)

    Ich finde es in dem Zusammenhang auch wichtig, daran zu denken, dass das Geld energetischen Gesetzen folgt und zwar ohne jede Bewertung der Person. Vor allem folgt es dem Gesetz der Anziehung. Die Energie folgt immer der Aufmerksamkeit.

    So kommt es dazu , scheinbar ungerecht , dass bei denen, die schon viel haben immer mehr dazukommt. Nicht umsonst gibt es viele Redewendungen wie "Der Teufel sch...immer auf den größten Haufen", "wo schon Tauben sind, kommen auch welche hinzu" usw. Die Aufmerksamkeit liegt bei diesen Menschen auf dem Reichtum. Energie folgt der Aufmerksamkeit. Geld ist Energie.

    Bei denen, die im Mangel sind, ist die Aufmerksamkeit auf dem Mangel. Also kommt auch davon mehr dazu. Energie folgt....

    Kommen solche Menschen dann mal (zufällig) doch zu Geld, sind sie es oft binnen kürzester Zeit wieder los weil (zufällig) irgendetwas passiert wie eine ungeplante Autoreparatur, die Waschmaschine geht kaputt, das Finanzamt fordert Geld nach etc.
    Warum? Weil die Aufmerksamkeit auf der Angst lag, das Geld könnte wieder weg sein.
    Es ist also wichtig, sich selbst zu beobachten. Wo bin ich mit meiner Aufmerksamkeit und das bewusst zu ändern wenn man sich im Mangelbewusstsein befindet. Natürlich kann man das mit den geeigneten Methoden auch unterstützen.

  • #11

    uta-nimsgarn (Mittwoch, 26 März 2014 15:46)

    Barbara. Danke! Du sprichst mir aus dem Herzen!

  • #12

    Karen Seelmann-Eggebert (Freitag, 25 April 2014 16:44)

    Liebe Uta,

    wow, das ist lange her, dass ich so einen gut aufbereiteten Artikel zum Thema Geld und Einstellung zum Geld gelesen habe.

    In allen 4 Bereichen finde ich etwas von mir wieder, wobei mir gestern (in der Sauna) plötzlich sehr klar wurde, wie sehr ich genussvoll leben möchte. Und das heißt gar nicht protzig.
    Sondern ich möchte mir leisten, was mir wichtig ist. Somit ist das ein starker Motor für mein Unternehmen, in dem ich Menschen begleite, Ihren inneren Diamanten sichtbar und spürbar werden zu lassen.
    Und was ist mir wichtig??? Ich liebe Weiterbildung und die Seminare, die mich in meiner Persönlichkeitsentwicklung weiter führen. Und ja, die kosten nun mal Geld.

    So halte ich den Geldfluss, wie ich es für mich brauche und kann auch andere Menschen in ihren Fluss bringen.

    Toller Artikel, weiter so!

  • #13

    Barbara J. Schoenfeld (Samstag, 13 Dezember 2014 19:48)

    Toller Artikel, Dankeschön Uta,
    ich habe mich genau im 3. Typen erkannt. Und daran/damit arbeite ich ;-) denn es gibt sehr viele Frauen, die es einfach nicht schaffen, die Grenze zu ziehen, da sie es als kleines Mädchen gelernt haben, einfach zu funktionieren und immer nur zu geben.
    Ich habe inzwischen meinen Verdienst, den ich brauche um meine beiden Mädels während ihrer Ausbildung zu unterstützen verdoppelt, weil ich einfach noch mehr arbeite, doch nix hat genützt. Die Ausgaben sind einfach gestiegen. Bis ich jetzt dahintergekommen bin warum :-) Grenzen setzen lernen. Und ich muss mich selbst wertschätzen und mir auch was Schönes gönnen und nicht immer nur den anderen. Daraus hat sich jetzt meine Vision entwickelt. Und die lebe ich. Dafür lebe ich und es geht mir immer besser damit.
    Petra Schwehm hat diesen Monat zu einer Blogparade aufgerufen und so bin ich auf den Zusammenhang mit dem Geld gestoßen. Und dann irgendwann hier bei dir auf dem Blog gelandet.
    Wahnsinnig interessant....
    Alles Liebe und weiterhin viel Erfolg für dich
    herzliche Grüße Barbara

  • #14

    Ingrid Bühler (Freitag, 10 April 2015 07:02)

    Liebe Uta,
    herzlichen Dank für Deine tolle Arbeit.
    Ich finde mich in der zweiten Kategorie am stärksten, wobei ich Selbstwertgefühl auch mit meinem Einkommen verknüpfe. Hier bin ich am Arbeiten, dass ich ein wertvoller Mensch bin, unabhängig meines Einkommens.
    Ich coache viel bei Finanzdienstleister. Interessante Ansätze in Deinem Blog für meine Arbeit :-) Super. Vielen Dank.
    Alles Liebe und herzliche Grüße
    Ingrid