Die wichtigste Frage VOR dem Kaufen

Zu einer Liebesbeziehung mit Geld gehört auch, dass wir unser Geld sorgsam ausgeben.

Sorgsam? Was soll das denn heißen?

 

Dazu gehört natürlich alles, was mit dem zu tun hat, was ich kaufe. Mir ist es zum Beispiel wichtig, dass unsere Welt ein Ort ist, an dem alle Menschen, alle Lebewesen gut leben können, dass unsere Erde geehrt wird und wir mit dem Leben respektvoll umgehen. Aus diesem Grunde versuche ich so oft wie möglich Produkte zu kaufen, die das unterstützen. Du wirst mich also eher selten bei Kleidungsdiscountern treffen, bei Billig-Anbietern von was auch immer oder in Supermärkten außerhalb der Bio-Ecke. Doch darum geht es heute nicht.

 

Heute geht es darum, dass wir oft Dinge kaufen, bei denen wir uns später fragen, warum wir das schon wieder gekauft haben. Wenn wir etwas kaufen, das wir gar nicht wirklich brauchen, dann gehen wir nicht sorgsam mit unserem Geld um.

Dann achten wir es nicht. Und am Ende achten wir uns selbst nicht wirklich.

 

Erst heute hätte bei mir der Impulskauf beinahe wieder voll zugeschlagen.

2 Sektgläser. Perfekt. Genau die MUSS ich haben.

Sie lächeln mich verführerisch an, mein Verstand setzt aus, ich greife automatisch in das Glasregal und schon hält meine Hand ein funkelndes Glas.

Zum Glück habe ich dann dem automatischen Reflex wiederstehen können und habe tief Luft geholt. Ehrlich gesagt war auch die Tatsache hilfreich, dass ich einen schweren Einkaufskorb in der anderen Hand hielt und den musste ich erst abstellen, bevor ich das 2. Glas nehmen konnte. Also blieb Zeit zum tief ein- und tief ausatmen.

Dann war sie wieder da, meine Klarheit.

 

Ähmmm…. Für was brauche ich noch 2 Sektgläser? Ich habe doch schon mehr als ich normalerweise je benutze.

 

Und jetzt kommt die Frage ins Spiel, um die es geht:

Was wollte ich eigentlich wirklich kaufen?

 

Es geht immer, immer, immer um ein Gefühl.

Wir kaufen keine Produkte, nur Gefühle. Oder wir kaufen, weil wir ein Gefühl vermeiden wollen.

Was an sich ja völlig bescheuert ist, denn wir wissen ja, dass wir Gefühle nicht kaufen können.

 

Also, was habe ich gedacht, als mein Blick auf die Gläser fiel?

Das Bild war sofort wieder da. Und es war so schön! Sonntagmorgen, der Mann meines Lebens und ich nach einer wundervollen Nacht, Fenster geöffnet, Sonnenstrahlen tanzen im Raum. Ich bin ganz entspannt und gelöst, denn ich habe alle Punkte auf meiner To-Do-Liste erledigt (inklusive Fenster putzen), hab mein Leben voll im Griff und ich bin völlig im Hier und Jetzt und dann stoßen wir mit diesen Gläsern an…

 

Was glaubst du, hätte mir der Kauf der Gläser was genutzt?

 

Der Nichtkauf hat mir was genutzt.

Jetzt weiß ich nämlich, was ich mir gerade wünsche! Mehr im Augenblick zu sein, entspannte Zeit, Sonnenschein,  das Gefühl mein Leben im Griff zu haben. Ja, und das kann ich angehen! .... Sogar den Sonnenschein, vielleicht mit einer kleinen Reise? Die Gläser dagegen würden nur im Schrank rumstehen und mir eher ein schlechtes Gefühl machen.

 

Probiere es doch einfach selbst mal aus. Es ist eigentlich ganz einfach.

 

Wenn du gerade unbedingt was kaufen willst (egal ob es ein Buch ist, der Traumschuh, die Kerze, die Wahnsinns-Anti-Falten-Creme oder eben Sektgläser, völlig egal was…)

 

Einatmen. Ausatmen.

 

Welches Gefühl will ich gerade befriedigen oder vermeiden?

 

Was für ein Bild entsteht, wenn ich mir vorstelle, ich hätte dieses Produkt? Oder: Was habe ich kurz vorher gedacht/gefühlt?

 

 

Und wenn du dann merkst, dass das Produkt genau dieses Gefühl zum Ausdruck bringt, dann kaufe es. Sonst nicht.

Also, einfach nicht kaufen, wenn du damit nur ein Gefühl befriedigen willst, das du wahrscheinlich sinnvoller anders befriedigen könntest. Oder eins vermeiden willst.

Diese Art von Sparen hat übrigens den Vorteil, dass du nicht das Gefühl hast dich einzuschränken, dich zu kasteien. Ganz im Gegenteil, es befreit dich und macht dich erfüllter!

 

Das Schwerste daran ist, dass der unbewusste Automatismus (Ja, unser Unbewusstes ist halt doch der Bestimmer) oft so stark ist, dass unser bewusstes Entscheidungsvermögen erst dann wieder einsetzt, wenn wir zuhause sind. Übrigens kann man Fehlkäufe auch zurückbringen.

 

Auch wenn ich es dauernd wiederhole, es ist soooo wichtig:

95% unserer Entscheidungen treffen wir unbewusst durch unsere inneren Bilder. 5% unser Bewusstsein. Hier ist wieder ein Beweis. Aus dem Leben.

 

Also viel Spaß beim Ausprobieren!

 

Welches Gefühl will ich gerade befriedigen oder vermeiden?

 

Wenn das deine Frage VOR dem Kauf ist, dann wirst du in Zukunft weniger unnötige Dinge kaufen und viel besser deine wirklichen Bedürfnisse befriedigen.

...übrigens geht es NICHT darum keine Wünsche mehr zu haben! Doch das ist eine anderre Geschichte.

 

Was sind denn deine Schwachpunkt beim Kaufen? Jeder hat da andere...

Manche haben zum Beispiel unzählige Dekogegenstände, andere kaufen immer wieder Lippenstifte oder Bücher. Wieviele Bücher stehen in meinem Bücherschrank, weil ich hoffte mich dann selbstbewusster, sprirtueller, motivierter, sportlicher, gesünder zu fühlen...

Schreibe es gerne in den Kommentar!

Auch über deine Erfahrungen freue ich mich! Berichte doch davon! Dann fühlen wir uns nicht so alleine mit unseren Impulskäufen...

 

Und teile es gerne!

Dafür sind unten die Buttons.

 

Bis bald!

Uta Nimsgarn

 

 

Willst du deine Liebesbeziehung mit Geld verbessern? Mit meinem Geld-Liebesbrief macht das Spaß und wird leicht!

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Kommentare: 8
  • #1

    Kerstin Trixl (Dienstag, 17 Dezember 2013 09:45)

    Danke, liebe Uta, und jetzt kümmere ich mich noch darum ein Weihnachtsgeschenk zu organisieren, das dem Gefühl von Abenteuer, Erdverbundenheit, Stille und Dunkelheit genießen entspricht, was mir einfach taugt.

  • #2

    Martina Weber (Dienstag, 17 Dezember 2013 11:39)

    ...die Übung kam gerade noch rechtzeitig! Jetzt weiß ich, was ich verschenken will. Neue Erfahrungen. Danke!

  • #3

    Anette Kroll (Mittwoch, 18 Dezember 2013 08:54)

    Liebe Uta, dass hast du sehr treffend geschrieben. Wir kaufen so viel en, weil wir denken es zu brauchen. Wenn wier wie du so schön geschrieben hast, bewusst einmal reinfühlen ob wir das wirklich brauchen was wir da gerade in der Hand haben, dann wären wir weniger verschwenderisch und würden mit mehr Achtung dem Geld begegnen. Danke für den Denkanstoß!

  • #4

    Monika (Montag, 23 Dezember 2013 07:28)

    Eine sehr gute Übung, sie funktioniert zu 100%!!
    Frohe Weihnachten und ein gesundes Neues Jahr!

  • #5

    Maria (Samstag, 28 Dezember 2013 14:17)

    Danke Uta!
    Ich tu mir schwer dahinter zu kommen warum ich was kaufen will. Aber ich schaue mir das bewusst an! Weil ich das ändern will!!

  • #6

    Sabine62 (Freitag, 12 Dezember 2014 07:43)

    Liebe Uta, ich sehe mir deine HP & Blogs seit Tagen an und bin voll begeistert! Die Variante von Kaufwut habe ich so ziemlich im Griff-frage jeweils mein "inneres Kind", wieso "es" das will. Dann "unterhalten" wir uns und ich frage auch noch, ob ich das tatsächlich BRAUCHE! Wenn nicht sofort eine sinnvolle ANtwort vorhanden, dann bleibt es im Geschäft ;-) Dennoch denke ich daran, ein weiteres Coaching mit dir umzusetzen. Gibt noch eine notwendige Korrektur meiner Beliefs in einem anderen Zusammenhang. Jedenfalls Danke für deine Beiträge & herzliche Grüße aus Wien!

  • #7

    Doro (Montag, 13 April 2015 13:07)

    Vielen Dank für deinen tollen Artikel!
    Ich kaufe am liebsten Bücher und Weiterbildungsseminare - aber ich lese auch tatsächlich alle und die Seminare sind (fast) immer eine Invention in mich selbst. Bin aber seit einiger Zeit wieder dazu übergegangen eher Bücher zu leihen, statt zu kaufen :D und auch zu tun und nicht nur zu lernen ;).

  • #8

    Renate Julia (Sonntag, 04 Dezember 2016 00:55)

    wie von "Oben" geleitet, kommt mir der Besuch auf Deiner Seite vor, Danke! Mein Glaubenssatz lautet: " ich muss das Geld gleich wieder ausgeben, weil ich es sowieso wieder rauswerfe und es deshalb auch nicht verdiene" Meine Impulskäufe sind aus der Motivation heraus: schön zu sein(Kosmetik und Kleidung), klug zu sein (Bücher und Seminare), etwas Besonderes zu sein (Apple-Produkte, besondere Musik, Kleidung), großzügig zu sein (Geschenke, Spenden), gesund zu sein (teure Nahrungsergänzung, unnötige teure Superfoods).
    Oh mein Gott, wie bewusst mir das Ganze nun wird! Da wundert es mich nicht, dass ich, obwohl auf vielen Ebenen begabt, sowenig Geld zur Verfügung habe! Nun wird's Ernst, ich werde mir die nächsten Schritte gut überlegen, Dir liebe Uta ganz herzlichen Dank, ich bin über Veit Lindau zu Dir gestossen, bei dem ich schon zwei Jahre im Human Trust bin, Du erscheinst mir als sehr gute Ergänzung dazu, Ich melde mich! Liebe Grüße